EBA emphasises again that Brexit planning should advance more rapidly

In our recent blog article Risiken für den Finanzmarkt durch Brexit – Die europäischen Aufsichtsbehörden legen Standard für die EU-27 fest we gave an overview of the opinions and reports published by the European Banking Authority (EBA), the European Securities and Markets Authority (ESMA) and the European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA), together the European Supervisory Authorities (ESAs), on the standards the ESAs expect of market participants within the EU post Brexit.

On Monday this week, the European Banking Authority (EBA) published a further opinion on preparations for the withdrawal of the UK from the EU. The opinion concerns the activities of credit institutions, investment firms, payment service providers and e-money institutions preparing for Brexit and is addressed to the national authorities, the ECB and the Single Resolution Board. EBA’s view should also be taken seriously by market participants since EBA expects the national authorities to ensure that financial institutions are preparing adequately for Brexit. Two years after the Brexit referendum EBA emphasizes that the recent political agreement on a transition period until end of 2020 does not provide any legal certainty until a withdrawal agreement is ratified at the end of the process for the departure of the UK from the EU. EBA points out that in their opinion there remains a material possibility that – despite best efforts on both sides – a ratified withdrawal agreement will not be concluded, in which case the UK would leave the EU on 30 March 2019 by operation of law without a transition period.

Without a ratified withdrawal agreement and thus without a transition period, the UK will become a third country for the purposes of the EU’s legal framework in March 2019. Through its engagement with the national competent authorities EBA expressed its worry that contingency planning and other preparations undertaken by financial institutions in UK as well as in the EU-27 should advance more rapidly. Although the political process is still ongoing and will hopefully lead to an agreement after all, EBA is adamant that financial institutions should not rely on public sector solutions, as “they may not be proposed and/or agreed”.

Financial institutions are required to assess the implications of Brexit for themselves and to prepare a suitable contingency plan. Some of the points explicitly mentioned in the recent opinion which need identifying and taking care of are:

  • direct financial exposures to and existing contracts with UK (for EU27 financial institutions) or EU27 (for UK financial institutions) counterparties;
  • reliance on UK (for EU27 financial institutions) or EU27 (for UK financial institutions) financial market infrastructures, including central counterparties (CCPs) and related ancillary services;
  • the storage of data in, and transfer of data to, the UK (for EU27 financial institutions) or the EU27 (for UK financial institutions); and
  • reliance on funding markets in the UK (for EU27 financial institutions) – including for issuances of instruments eligible for minimum requirements for own funds and eligible liabilities.

In case a financial institution still requires a new license to carry out business in the EU-27 post Brexit, the application should have been filed before the end of June to receive a timely authorisation prior to 30 March 2019.

Another focus is customer communication. Financial institutions are expected to ensure that they have assessed their obligations to their customers and the continuity of services and contractual commitments. Communication with customers should be sought as early as possible and by the end of 2018 at the latest.

One day after the publication by EBA, BaFin re-published EBA’s newest opinion on Brexit on its own website.

Risiken für den Finanzmarkt durch Brexit – Die europäischen Aufsichtsbehörden legen Standard für die EU-27 fest

Am 12. April 2018 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) den Joint Committee Report zu Risiken und Anfälligkeiten des europäischen Finanzsystems. Darin geht es auch um den Brexit. Der Report wurde von allen drei europäischen Aufsichtsbehörden, EBA, ESMA (Europäische Wertpapieraufsicht) und EIOPA (Europäische Versicherungsaufsicht) in einem gemeinsamen Komitee verfasst. Auch wenn politisch noch keine Einigung erzielt ist über den künftigen Zugang Großbritanniens zum europäischen Finanzmarkt und auch die Richtung noch nicht wirklich klar ist, zeigt der aktuelle Report deutlich auf, dass die europäischen Aufsichtsbehörden ihre Aufgabe, die Stabilität des europäischen Finanzmarktes zu gewährleisten, sehr ernst nehmen.

Die europäischen Aufseher mahnen und regen an, dass alle Institute der EU-27 sowie deren Vertragspartner, Privatkunden und Investoren sich rechtzeitig auf den Brexit vorbereiten und die Konsequenzen für die jeweiligen Geschäftsmodelle im Blick haben. Ein Ausscheiden Großbritanniens aus dem gemeinsamen Markt ohne ausreichende Vorbereitung der Finanzmarktteilnehmer sei allein aus Risikogesichtspunkten unbedingt zu vermeiden.

Zur besseren Planung und zur Gewährleistung von Rechtssicherheit haben alle drei europäischen Aufsichtsbehörden Richtlinien veröffentlicht, die zum einen den Aufsichtsstandard im Binnenmarkt aufrechterhalten sollen und zum anderen etwaige Fragen im Zusammenhang mit Standortwechseln für Institute beantworten. Auch die BaFin steht den Marktteilnehmern für Fragen zur Verfügung.

Die Richtlinie der EBA vom Oktober 2017 findet sich hier. Die ESMA hat sich hier einmal grundsätzlich geäußert und die EIOPA hat im Juli 2017 ihre Meinung hier veröffentlicht. Sektorspezifische Ausführungen veröffentlichte die ESMA im Juli 2017 zusätzlich für Finanzdienstleister, Fondsmanager und den Sekundärmarkt.

FCA-Umfrage für befristetes Genehmigungsverfahren im Fall von Brexit

Die Financial Conduct Authority (FCA) hat eine Umfrage gestartet, die sich an Unternehmen richtet, die derzeit mit einem Europäischen Pass Zugang zum britischen Finanzmarkt haben. Für den Fall, dass Großbritannien durch Brexit nicht mehr Teil des europäischen Binnenmarktes ist, entfallen auch die Vorteile des EU-Passes. Derzeit kann ein Unternehmen, das in einem EU-Mitgliedstaat eine Lizenz von der zuständigen Finanzaufsicht erhalten hat, diese Lizenz im Wege eines einfachen Anzeigeverfahrens in allen anderen EU-Mitgliedstaaten nutzen, ohne weitere Lizenzverfahren in den anderen EU-Mitgliedstaaten durchlaufen zu müssen. Dadurch erhält ein reguliertes Unternehmen relativ leicht Zugang zu den nationalen Finanzmärkten innerhalb der EU.

Fällt der EU-Pass weg, haben auch Finanzdienstleister, die derzeit in UK nur über einen solchen tätig sind, nicht mehr ohne weiteres Zugang zum britischen Finanzmarkt. Die Konsequenz wäre, dass solche Unternehmen dann bei der FCA ein volles Genehmigungsverfahren durchführen müssten, um ihre Finanzdienstleistungen weiterhin auf dem britischen Markt anbieten zu können.

Die britische Regierung hat für solche Unternehmen für eine Übergangszeit ein befristetes Genehmigungsverfahren in Aussicht gestellt. Die FCA möchte nun bis zum 11. Mai 2018 herausfinden, ob Unternehmen, die derzeit mit einem EU-Pass Zugang zum britischen Markt haben, diesen Zugang im Fall von Brexit beibehalten möchten. Die Umfrage dient u.a. der Gestaltung eines befristeten Genehmigungsverfahrens und der leichteren Abstimmung mit den entsprechenden Marktteilnehmern. Die Prudential Regulation Authority (PRA), die vor allem über Banken und Versicherungen die Aufsicht innehat, hat bereits Ende letzten Jahres eine ähnliche Umfrage in den Reihen der internationalen Banken gestartet.

Es ist allerdings zu erwarten, dass im Fall eines harten Brexits nach einer gewissen Übergangszeit von solchen Unternehmen, die von der Umfrage angesprochen werden, auch ein volles Genehmigungsverfahren verlangt wird.