EIOPA veröffentlicht ein Konsultationspapier zum Thema Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und – faktoren

Die EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority) hat am 28. November 2018 den Entwurf eines Technical Advice betreffend mögliche Anpassungen der delegierten Rechtsakte bezogen auf Solvency II sowie der Insurance Distribution Directive (IDD) (Richtlinie (EU) 2016/97) veröffentlicht. Die Konsultation endete am 30. Januar 2019.  

Die vorgeschlagenen Änderungen im Zusammenhang mit Solvency II zielen darauf ab, die Identifikation und die Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken auf den Gebieten des Underwriting und der Investitionen sicherzustellen. Dabei sollen die potentiellen langfristigen Auswirkungen auf Anlageentscheidungen bezogen auf Nachhaltigkeitsfaktoren Berücksichtigung finden (sog. steward principle). Zudem sollen die Präferenzen des Versicherungsnehmers für die ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) reflektiert werden.

Die vorgeschlagenen Änderungen bezogen auf die IDD betreffen die folgenden Bereiche:

  • Interessenkonflikte: Versicherungsunternehmen bzw. Versicherungsvermittler sollen bei der Ermittlung von Interessenkonflikten, die die Interessen des Kunden beeinträchtigen könnten, auch solche Interessenkonflikte berücksichtigen, die im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen stehen. Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittler sollen über geeignete Vorkehrungen verfügen, um sicherzustellen, dass ESG-Überlegungen in den Beratungsprozess einbezogen werden.
  • Produktüberwachung & Governance: Die ESG-Präferenzen der Kunden im Zielmarkt sollten in verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus berücksichtigt werden, wenn das Versicherungsprodukt Kunden angeboten wird, die Versicherungsprodukte mit einem ESG-Profil bevorzugen.

Stellungnahmen sollen auf der Grundlage der folgenden drei Grundsätze entwickelt wurde: Kohärenz mit den aktuellen Anforderungen, Verhältnismäßigkeit sowie sektorübergreifende Konsistenz.

Mit dem Konsultationspapier reagiert die EIOPA auf eine Anfrage der Europäischen Kommission vom 1. August 2018. Insbesondere bezog sich die Anfrage auf die folgenden Themen: organisatorische Anforderungen, Betriebsbedingungen, Risikomanagement sowie Zielmarktbewertung (letzteres nur im Zusammenhang mit der IDD).

Nachhaltigkeit wird im gesamten Finanzmarkt zum Dauerthema und Schwerpunkt auch für die Aufsichtsbehörden. Es bleibt abzuwarten, welche messbaren Kriterien letztlich als Konsens festgelegt werden, um Investitionen tatsächlich nachhaltiger zu gestalten.